
Stellen Sie sich einige der eindrucksvollsten roten Felswände Europas vor, seltene Orchideen auf ehemaligen Tagebauflächen, Schafherden, die außergewöhnlich artenreiche Trockenrasen pflegen, und Panoramablicke, die die Industriegeschichte Luxemburgs auf einen Blick erzählen.
Zwischen Düdelingen, Kayl und Rümelingen gelegen, ist dieses Naturschutzgebiet mit nahezu 600 Hektar das größte der Region. Jahrzehntelang wurde hier die berühmte „Minette“ abgebaut, das Eisenerz, das die Identität des Südens Luxemburgs geprägt hat. Heute sind die vom Bergbau hinterlassenen Spuren zu Rückzugsorten für eine außergewöhnliche Biodiversität geworden und machen das Gebiet zu einem bemerkenswerten Beispiel für die Erholung der Natur.
Eine Landschaft, in der Geschichte im Fels geschrieben steht
Auf den ersten Blick beeindruckt die Vielfalt der Landschaften. Weite Steinbruchwände, ehemalige Bergwerksstollen, renaturierte Halden und offene Plateaus zeugen von der Stahlvergangenheit der Region. Doch hier stehen industrielles Erbe und Natur nicht im Gegensatz zueinander: Sie bestehen nebeneinander und ergänzen sich.
Seit der Einstellung des Bergbaus in den 1970er-Jahren hat die Vegetation die freigelegten Böden nach und nach zurückerobert. Dieser natürliche Prozess, bekannt als ökologische Sukzession, hat zur Entstehung eines einzigartigen Mosaiks aus Trockenrasen, Pionierwäldern und kalkliebenden Buchenwäldern geführt, für das der Standort heute bekannt ist.
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Außergewöhnliche Biodiversität im Herzen des Minett
Heute gilt die Haard als eines der artenreichsten Naturgebiete Luxemburgs. Mehr als 900 Pflanzenarten wurden hier nachgewiesen, darunter über 25 Arten wilder Orchideen. Im Frühling und Frühsommer bedecken Blüten die Trockenrasen und ziehen eine Vielzahl bestäubender Insekten an.
Die durch den Bergbau entstandenen Felswände und Schutthalden bieten zudem ideale Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Der Uhu nistet in den Felswänden, während Mauereidechsen die sonnenwarmen Flächen nutzen. Ornithologen beobachten regelmäßig die Heidelerche, eine charakteristische Art der offenen Landschaften des Minett. Mit mehr als 120 nachgewiesenen Vogelarten und einer außergewöhnlichen Vielfalt an Schmetterlingen, Wildbienen und Reptilien ist das Naturschutzgebiet heute eines der wichtigsten Biodiversitätsreservoirs des Landes.
Die Haard zu Fuß entdecken
Die beste Art, die Kernzone zu entdecken, ist eine Wanderung. Zwei markierte Lehrpfade ermöglichen es Besucherinnen und Besuchern, die bemerkenswertesten Landschaften des Gebiets zu erkunden. Unterwegs entdecken sie ehemalige Tagebauflächen, spektakuläre Aussichtspunkte über die umliegenden Täler, die kalkliebenden Buchenwälder von Kalebierg und Laangebierg sowie eine der eindrucksvollsten Steinbruchwände Europas.
Beim Wandern wird zudem deutlich, wie die Natur ein ehemaliges Industriegebiet in ein auf europäischer Ebene anerkanntes Schutzgebiet des Natura-2000-Netzwerks verwandelt hat.
Virtueller Rundgang durch die Kernzone
Ein Wald, der sich frei entwickeln darf
Im Herzen des Schutzgebiets liegt das Naturwaldreservat Haard. Auf mehr als 150 Hektar wurde bewusst auf menschliche Eingriffe verzichtet, damit sich der Wald nach seinen natürlichen Dynamiken entwickeln kann.
Alte Buchen stürzen um, zersetzen sich und werden zu wertvollen Lebensräumen für Pilze, Insekten, Fledermäuse und Waldvögel. Dieses Freiluftlabor ermöglicht es, die natürliche Funktionsweise eines europäischen Waldökosystems zu beobachten.
Was gibt es rund um Haard-Hesselsbierg-Staebierg zu entdecken?
Ein Besuch dieser Kernzone lässt sich gut mit der Entdeckung mehrerer emblematischer Orte innerhalb der Minett UNESCO Biosphere verbinden:
Das Italienische Viertel in Düdelingen
Entdecken Sie die Geschichte der Familien, die zum industriellen Aufstieg Luxemburgs beigetragen haben, in diesem emblematischen Viertel der italienischen Einwanderung. 👉 Das Italienische Viertel entdecken
Mont Saint-Jean
Ein historischer Ort mit einem schönen Blick über Düdelingen und die Landschaften des Minett. 👉 Mont Saint-Jean besuchen
Das Centre national de l’audiovisuel (CNA)
Ein unverzichtbarer Bezugspunkt, um die visuelle und audiovisuelle Geschichte Luxemburgs zu erkunden. 👉 Das CNA entdecken
Das Dokumentationszentrum für menschliche Migration (CDMH)
Ein wichtiger Ort, um die Migrationsgeschichte zu verstehen, die das Bergbaugebiet geprägt hat. 👉 Das CDMH besuchen
Der Minett Trail
Setzen Sie Ihre Entdeckung auf dem bekannten Wanderweg fort, der die emblematischsten Landschaften des Südens Luxemburgs durchquert. 👉 Den Minett Trail erkunden
Das Arboretum „An Aenzelen“
Dieses Arboretum in Rümelingen, das auf einer sanierten ehemaligen Deponie angelegt wurde, vereint mehr als 100 Baum- und Straucharten und ist ein idealer Zwischenstopp für Botanikbegeisterte. 👉 Durch das Arboretum spazieren
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Ein Symbol der Minett UNESCO Biosphere
Die Kernzone Haard-Hesselsbierg-Staebierg veranschaulicht beispielhaft die Mission eines UNESCO-Biosphärenreservats: herausragende Naturflächen zu schützen und zugleich die Geschichte und Identität eines Gebiets sichtbar zu machen.
Hier sind die ehemaligen Bergwerke nicht nur Zeugen einer industriellen Vergangenheit. Sie sind zur Grundlage einer bemerkenswerten Biodiversität und einer einzigartigen Landschaft geworden, in der die Natur Tag für Tag ihre beeindruckende Arbeit der Regeneration fortsetzt.








