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© Marc Weis
Griechten: eine andere Landschaft der Minett UNESCO Biosphere
Die Minett UNESCO Biosphere, die 2020 von der UNESCO anerkannt wurde, erstreckt sich über 20.065 Hektar im Süden Luxemburgs. Ihre Landschaften verbinden Naturräume, industrielles Erbe und urbanisierte Gebiete. In der Pufferzone Griechten bilden Wasserläufe und ihre Ufer, Feuchtwiesen, Schilfflächen und Auwälder wichtige ökologische Korridore zwischen verschiedenen Lebensräumen.
Griechten ist ein fester Bestandteil dieses Landschaftsmosaiks, in dem der Schutz der Biodiversität und die Anwesenheit des Menschen nebeneinander bestehen.
Das Gebiet ist mit dem Natura-2000-Gebiet „Hautcharage / Dahlem – Asselborner et Boufferdanger Muer“ (LU0001025) verbunden. Dieses besondere Schutzgebiet erstreckt sich über 393,94 Hektar und gehört zur kontinentalen biogeografischen Region.
Das Natura-2000-Netzwerk hat zum Ziel, die wertvollsten oder bedrohtesten Arten und Lebensräume Europas langfristig zu erhalten. Menschliche Aktivitäten sind dabei nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Vielmehr sollen die Flächen nachhaltig genutzt werden, um den Erhalt der Biodiversität zu gewährleisten.
Wiesen, Wälder und Feuchtgebiete: wertvolle Lebensräume
Der ökologische Wert des Gebiets beruht insbesondere auf der Vielfalt seiner Lebensräume. Die Natura-2000-Daten erfassen verschiedene Lebensräume von besonderem Interesse, darunter rund 30,73 Hektar magere Flachland-Mähwiesen und 76,38 Hektar Buchenwälder sowie verschiedene Feuchtlebensräume und weitere Waldflächen.
Diese Kombination aus Wiesen, Waldbeständen und wassergebundenen Lebensräumen schafft eine abwechslungsreiche Landschaft, die zahlreichen Arten günstige Lebensbedingungen bietet.
Boufferdanger Muer: Natur, Geschichte und Kulturerbe
Der Boufferdanger Muer ist eines der bemerkenswerten Elemente dieser Landschaft rund um Käerjeng. Dieses geschützte Feuchtgebiet in der Gemeinde Käerjeng umfasst 21,5 Hektar und steht seit dem 19. März 1988 unter nationalem Schutz.
Seine Geschichte erzählt auch von den manchmal überraschenden Beziehungen zwischen Natur und menschlicher Nutzung. Um 1890 pachteten die Brüder Ketten, die Rosen züchteten, das Moor, um dort Torfmoos (Sphagnum) zu sammeln. Aufgrund seiner Fähigkeit, große Mengen Wasser zu speichern, wurde dieses Moos zum Verpacken von Rosenpflanzen verwendet, die von Luxemburg aus in die ganze Welt verschickt wurden. Im Jahr 1893 wurde das Moor entwässert, um die Nutzung zu erleichtern.
Mit diesem Ort ist auch eine Legende verbunden, die Nikolaus Gredt 1883 in seinem Sagenschatz des Luxemburger Landes veröffentlichte. Der Erzählung zufolge soll einst eine Burg mitten im Moor gestanden haben, die eines Tages im Wasser versank. Heute bewahren nur noch die von Generation zu Generation weitergegebenen Geschichten die Erinnerung an dieses Bauwerk.
Der Boufferdanger Muer vereint damit Naturerbe, historische Nutzungsformen und immaterielles Kulturerbe in einer einzigen Landschaft.
Ökologische Korridore und vernetzte Lebensräume schützen
Im Natura-2000-Gebiet leben verschiedene Arten, die auf europäischer Ebene geschützt sind. Dazu gehören unter anderem der Kammmolch (Triturus cristatus), die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), der Große Feuerfalter (Lycaena dispar) sowie die Libellenart Sympetrum flaveolum.
Die Pufferzone Griechten innerhalb der Minett UNESCO Biosphere zeigt, dass ein Biosphärenreservat nicht nur aus einzelnen, voneinander isolierten Naturräumen besteht. Die Biodiversität hängt auch von den Verbindungen zwischen Wiesen, Wäldern, Feuchtgebieten und Wasserläufen ab.
Dies ist ebenfalls eines der Grundprinzipien des Natura-2000-Netzwerks: die Vernetzung zwischen Schutzgebieten zu fördern, um unter anderem die Wanderung und Ausbreitung von Arten zu ermöglichen und die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme zu erhalten.
In dieser Pufferzone bedeutet der Schutz der Biodiversität somit auch, eine lebendige Landschaft zu bewahren, die im Laufe der Zeit gleichermaßen durch Wasser, Natur und menschliche Aktivitäten geprägt wurde.






