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Geothermie – eine Energiequelle für die Minett-Region?

Im April, anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Gemeindesyndikats PRO-SUD, unterzeichneten die 11 Mitgliedsgemeinden eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Dekarbonisierung der Minett UNESCO Biosphere. Das Heizen ist eine der Hauptquelle für Kohlendioxidemissionen in die Atmosphäre. Um die Emissionen in diesem spezifischen Bereich zu reduzieren, bietet sich die energetische Sanierung von Wohnhäusern und anderen Gebäuden an. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Wärme unseres Planeten zu nutzen und so Gebäude in der kalten Jahreszeit durch geothermische Gebäude zu heizen.

Was genau ist Geothermie?

Geothermie bzw. geothermische Energie ist Wärme, die in der Erdkruste gespeichert wird und genutzt werden kann. Grundsätzlich kann diese Energie zum Heizen oder Kühlen genutzt werden. Außerdem kann mit Hilfe von Erdwärme auch Strom erzeugt werden. Darüber hinaus kann diese Energie auch in der Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt werden.

Geothermie ist eine erneuerbare Energiequelle und kann uns somit beim Übergang zu einer nachhaltigeren Lebensweise helfen. Wärme wird vom flüssigen Kern unseres Planeten zur Oberfläche geleitet und ohne das Zusammenspiel dieser Planetenwärme und der Einstrahlung der Sonne wäre kein Leben auf unserem Planeten möglich.

Die Temperatur des Bodens steigt mit der Tiefe, durchschnittlich um 30° Grad pro Kilometer. Dieser Temperaturgradient kann jedoch regional variieren. Um von Erdwärme zu profitieren, muss man die Wärme durch Bohrungen an die Oberfläche befördert werden. Dies funktioniert entweder direkt unter der Oberfläche oder in tieferen Schichten. Bohrungen über 400 Meter Tiefe werden als mitteltiefe Geothermie bezeichnet.

Um diese Form der Energie konkret nutzen zu können, müssen grundlegende geologische Voraussetzungen gegeben sein, etwa hydrothermale Lagerstätten oder heiße Gesteinsformationen, die nahe der Erdoberfläche zu finden sind.

Das Minett könnte von dieser Energiequelle profitieren

Im Jahr 2015 zeigte eine Studie erstmals das Potenzial der mitteltiefen Geothermie in Luxemburg auf. Bis heute fehlen allerdings verlässlichen Daten, obwohl Geothermie eine nachhaltige Wärmequelle für ganze Stadtteile sein kann, die in den nächsten Jahren auf Industriebrachen entstehen sollen. Konkret geht es hier um den Stadtteil „Nei Schmelz“, der in Düdelingen entsteht, oder um das Viertel „Metzeschmelz“, das zwischen Esch und Schifflingen geplant wird.

Um jedoch das Potenzial zu bestätigen und eine konkrete Bestandsaufnahme der realen geothermischen Verhältnisse in unserer Region zu erstellen, muss der Untergrund unserer Region detailliert untersucht werden. Nur so können die Bereiche identifiziert werden, in denen die Nutzung mitteltiefer Geothermie sinnvoll ist.

Im Jahr 2018 wurde eine erste, lokale Analyse durchgeführt. Eine Testbohrung bis zu einer Tiefe von 430 Metern lieferte Daten zur Geothermie für einen konkreten Standort im Süden Luxemburgs. Eine regionale Analyse über das Potential mitteltiefer Geothermie in unserer Region wird nun in den nächsten Wochen durchgeführt. Es handelt sich um eine seismische Erkundung der Region, die den optimalen Standort für weitere Testbohrungen (die bis zu 2000 Meter tief sein können) ermitteln soll. Nach diesen Bohrungen wird gewusst sein, ob und wo der Untergrund des Minetts über genügend Energie verfügt, um unsere Region in Zukunft nachhaltig zu versorgen.

Studie startet diesen November

Auf drei ausgewählten Routen im Rümelinger-Becken, das wahrscheinlich das größte Potenzial für die Gewinnung geothermischer Energie aufweist, wird ein spezialisiertes Unternehmen mithilfe von Geophonen und Vibrationsfahrzeugen ein detailliertes Bild des Bodens unter unseren Füßen erstellen, um das Potential geothermischer Energie zwischen Esch im Westen und Düdelingen im Osten aufzuzeigen.

Weitere Details zum Projekt erhalten Sie über diesen Link oder indem Sie sich dieses Erklärvideo anschauen.