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Informationskonferenz für Betriebe

Thema: Lichtverschmutzung

Am Dienstag, den 17. Mai um 12:00 Uhr, laden die Minett UNESCO Biosphere und IMS Luxembourg auf eine Konferenz zur Verringerung der nächtlichen Lichtverschmutzung ein. Dieser Workshop findet in der Industriezone Krakelshaff in Bettemburg statt, einer der Plätze mit der hellsten Nachtbeleuchtung in unserem ganzen Biosphärenreservat.

Im Vorfeld der Konferenz, zu der IMS Luxemburg seine Mitglieder einlädt, haben wir uns mit Daniel Gliedner, Lichtberater im Naturpark Our unterhalten. Gliedner arbeitet seit Jahren daran Lichtverschmutzung zu reduzieren und erklärt uns im Gespräch, dass Lichtverschmutzung verschiedene Facetten hat, angefangen mit den Lichtemissionen. Hier sprechen wir von zu viel Licht, das benutzt wird. Es können aber auch Lichtquellen sein, die an den falschen Plätzen benutzt werden, die einfach zu hell sind und es kann Licht, das falsch abgestrahlt wird.

So entsteht intrusives Licht in Bereichen, wo es nicht hinfallen sollte. Der Sternenhimmel verschwindet, die Biodiversität wird beeinträchtigt. Lichtverschmutzung kann sogar einen direkten Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben.

LED-Technik hat Lichtverschmutzung verschlimmert

In den letzten Jahren hat das Phänomen der Lichtverschmutzung zugenommen. Durch den Fortschritt der Lichttechnik, die es erlaubt mit immer weniger Energie immer mehr Helligkeit zu erzeugen gibt es einen immer stärkeren Rebound-Effekt. Anstatt die Beleuchtungskosten zu senken, wird einfach für das gleiche Geld mehr Licht in den Nachthimmel abgestrahlt.

Dieser Rebound-Effekt wird aber kaum in der Straßenbeleuchtung beobachtet. Neue Leuchten entlang der Straßen oder Leuchten, die von öffentlichen Verwaltungen installiert werden, sind heutzutage oft weniger hell und vor allem wird eine Abstrahlung in den Himmel weitestgehend vermieden. Ende April haben die Regierung und die Gemeinde Clerf, in diesem Zusammenhang, ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet. Ziel dieser Absichtserklärung ist es, gemeinsam mit Behörden wie der Straßenbauverwaltung, der Abteilung für öffentliche Bauten oder der Eisenbahnverwaltung, «die Lichtverschmutzung zu reduzieren und eine bessere Beleuchtung auf dem Gebiet der Gemeinde Clerf zu fördern» – und gleichzeitig den Stromverbrauch zu senken. Dieses „Memorandum of Understanding“ hilft, gegen die Lichtverschmutzung aus öffentlicher Hand anzugehen.

90% der nächtlichen Beleuchtung überflüssig

Allerdings entstehen zwei Drittel der gesamten Lichtemissionen nachts durch Betriebe und Privatpersonen. Hier sieht der Lichtberater Daniel Gliedner noch Handlungsbedarf. Zuerst muss man allerdings auf das Phänomen der Lichtverschmutzung aufmerksam machen, so Gliedner, den Betrieben die Konsequenzen aufzeigen und dann kann man Wege aufzeichnen oder ausarbeiten, wie man mit weniger Licht gezielt Helligkeit in der Nacht schaffen kann und so auch noch Energie und Kosten zu sparen.

Der Vorteil der Lichtverschmutzung, im Vergleich zu anderen Verschmutzungen der Umwelt, ist der, dass sie verschwindet, wenn man das Licht ausschaltet. Alte Industrieanlagen zu sanieren oder unsere Weltmeere vom Plastikmüll zu befreien sind teilweise sehr teure Mammutaufgaben. Bei der Bekämpfung der Lichtverschmutzung ist der Effekt sofort greifbar. Oft reicht es schon die Leuchtmittel besser auszurichten, um die Abstrahlung in die direkte Umgebung oder den Himmel zu minimieren.

Auch die Installation von Bewegungsmeldern zum Einschalten der nächtlichen Beleuchtung kann zu enormen Einsparungen für Haushalte und Firmen führen. Ein Beispiel dafür ist eine kleine Straße zu einem Bauernhof in der Gemeinde Vianden, im Norden Luxemburgs, wo die Anzahl der Stunden in denen die Straßenlampen funktionieren, mit Hilfe von Bewegungsmeldern, von 4800 auf unter 400 Stunden pro Jahr reduziert werden konnte – eine Maßnahme, die den vielen nachtaktiven Insekten zugutekommt.

 

Foto von Faruk Tokluoğlu auf www.pexels.com

Ablauf der Konferenz

Neben Daniel Gliedner, dem Lichtberater aus dem Naturpark Our, werden am Dienstag, dem 17. Mai ab 12:00 Uhr, noch zwei weitere Redner anwesend sein. Simona Sandu, die für die Asbl TNT (Territoire Naturel Transfrontalier) arbeitet und Tiago De Sousa von der Naturverwaltung.

Simona Sandu wird die Konferenz mit Erklärungen zum Phänomen der Lichtverschmutzung eröffnen, Tiago De Sousa wird auf die Konsequenzen der Lichtverschmutzung auf die heimischen Fledermausarten eingehen und Daniel Gliedner erklärt technische Lösungen, wie die schnell und ohne grosse Mehrkosten reduziert werden kann oder worauf Betriebe achten sollten, wenn sie ihre Aussenbeleuchtung erneuern wollen, um mit weniger Energie eine bessere Beleuchtung ihrer Firmenanlagen zu erreichen.

Anmeldungen erfolgen über diesen Link direkt bei IMS Luxembourg. Jeder Angestellte, dessen Betrieb Mitglied bei IMS ist, ist herzlich willkommen.