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Minett Mash-Up: Doris Thilmany X Schiefermuseum

Schiefer, Arbeit und Erinnerung

Die Geschichte der Arbeit unter Tage führt uns in dieser Saison von Minett Mash-Up nicht nur in die ehemaligen Eisenerzgruben im Süden des Landes. Auch im Éislek wurde unterirdisch gearbeitet – und zwar in einem Umfeld, das auf seine ganz eigene Weise zur luxemburgischen Industriegeschichte gehört. In dieser Episode geht es um die Schieferarbeiter, um den Schiefer, um das Leben und die Arbeit in Martelingen sowie um einen Ort, an dem dieses Erbe heute noch konkret erlebbar ist.

Unsere „Minett Location“ des Monats: Das Schiefermuseum in Martelingen

Diesmal verlässt Minett Mash-Up für einen „Urlaub“ den industriellen Süden des Landes und macht Halt auf dem Gelände des Schiefermuseums in Obermartelingen. Es handelt sich um einen außergewöhnlichen Ort: eine nahezu vollständig erhaltene Industrieanlage, die zeigt, wie Schiefer abgebaut, verarbeitet und im Bauwesen verwendet wurde. Hier wird Geschichte nicht nur durch Ausstellungsstücke erzählt; sie ist noch heute in den Gebäuden, den Stollen, den Maschinen und in der Atmosphäre des Geländes spürbar.

Der Standort zeigt, wie vielfältig die Arbeit rund um den Schiefer war: vom unterirdischen Abbau über die Verarbeitung bis hin zur sozialen Realität der Menschen, die hier gearbeitet und gelebt haben. Die Schieferarbeiter lebten mit Feuchtigkeit, Kälte, Staub und körperlich schwerer Arbeit – und dennoch entstand aus dieser harten Arbeitswelt eine starke lokale Identität.

Gerade solche Details machen das Schiefermuseum zu mehr als einer bloßen Kulisse für einen Podcast: Es ist ein Zugang zu einer industriellen Vergangenheit, die sich mit jener des Minett vergleichen lässt, ohne ihr zu gleichen. Wie in den Minen des Südens geht es auch hier um Arbeit, Technik, Stolz, Gefahr, Solidarität und die Frage, wie ein solches Erbe für kommende Generationen lebendig gehalten werden kann.

Unser Gast: Doris Thilmany

Unser Gast in dieser Episode ist Doris Thilmany, Direktorin des Schiefermuseums. Mit ihr sprechen wir darüber, was den Standort in Martelingen so besonders macht, wie die Schieferproduktion hier funktionierte und wie sich der Ort nach dem Ende der industriellen Tätigkeit in ein Museum verwandelte.

Das Gespräch dreht sich jedoch nicht nur um Gebäude und Maschinen. Vor allem geht es um die Menschen, die hier gearbeitet haben: um ihre Arbeitsbedingungen, die Entwicklung der Technik, Fragen der Sicherheit, soziale Versicherungen und Betriebskrankenkassen, aber auch um die langfristigen gesundheitlichen Risiken, die mit der Arbeit unter Tage verbunden waren.

Daher geht es im Gespräch auch um die Frage, wie man eine solche Geschichte heute erzählen kann, ohne ihre Authentizität zu verlieren. Wie wird einem industriellen Standort über und unter der Erde neues Leben eingehaucht? Wie erzählt man jungen Menschen von einer Arbeitswelt, die sie selbst nie kennengelernt haben? Und wie kann ein Museum dazu beitragen, dass Industriekultur nicht nur bewahrt, sondern auch verstanden wird?

Ein weiteres wichtiges Thema dieser Episode ist die Kandidatur des Schiefermuseums als UNESCO-Weltkulturerbe. Sollte diese Kandidatur erfolgreich sein, wäre der Standort in Martelingen nach der Altstadt und den Festungsanlagen von Luxemburg der zweite UNESCO-Welterbestandort des Landes. Im Podcast erklärt Doris Thilmany, wie eine solche Kandidatur aufgebaut wird, welche Partner daran beteiligt sind und warum es dabei nicht nur um ein Label geht, sondern um die Anerkennung eines einzigartigen kulturellen und industriellen Erbes.

 

© Minett UNESCO Biosphere

Unser Quiz

In welchem geologischen Zeitalter entstand der Schiefer im Éislek?

  1. Quartär (vor rund 2 Millionen Jahren)
  2. Jura (vor rund 150 Millionen Jahren)
  3. Devon (vor rund 400 Millionen Jahren)*

 

Wann wurde in Martelingen die allererste offizielle Betriebskrankenkasse für die Arbeiter gegründet?

    1. Dezember 1901*
    1. Oktober 1902
    1. Februar 1903

 

Wenn die Kandidatur des Schiefermuseums als UNESCO-Weltkulturerbe angenommen wird, wäre es nach der Altstadt und den Festungsanlagen Luxemburgs die zweite UNESCO-Welterbestätte des Landes. Wann wurde die Stadt UNESCO-Welterbe?

  1. 1963
  2. 1989
  3. 1994*

 

Links zu den Themen dieser Episode:

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