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Fahrradfreundlicher Süden?

 

Ob Luxemburgs Süden, also das Gebiet der Minett UNESCO Biosphere, fahrradfreundlich ist oder nicht, ist eine Frage, die sich das Gemeindesyndikat PRO-SUD schon im Jahr 2018 stellte. Deshalb wurde damals eine große Studie in den elf Gemeinden des Syndikats durchgeführt, um herauszufinden, wie fahrradgerecht die Verkehrswege in unserer Region sind.

Um die Studie durchzuführen, wurden existente Fahrradwege katalogisiert. Diese wurden klassiert in Wege ohne Autoverkehr, Wege, die problemlos mit dem Fahrrad genutzt werden können, Wege, die man nur als geübter Radfahrer nutzen sollte und Wege, die sich eigentlich nicht eignen, um dort Fahrrad zu fahren. Neben der Bestandsaufnahme wurde aber auch analysiert wo Verbindungen im Netz der Radwege fehlen und eine Prioritätenliste für die Verbesserung des Wegenetzes in den Gemeinden erstellt.

Bestandsaufnahme

Fünf Jahre nach der Studie ist es an der Zeit zu überprüfen welche Maßnahmen bis heute getroffen wurden, um das Nutzen des Fahrrads auf dem Gebiet der Minett UNESCO Biosphere einfacher und sicherer zu gestalten. Diese Bestandsaufnahme lässt sich nur vor Ort machen, indem die einzelnen Wege und Straßen, die in der Studie analysiert wurden, abgefahren werden.

In diesem Sommer macht Tim Eastwood diese Bestandsaufnahme. Tim studiert Geografie in Innsbruck und absolviert sein Master-Praktikum in der Minett UNESCO Biosphere. Seit einigen Wochen ist er durch die elf Gemeinden unterwegs. Um die Radwege abzufahren, nutzt er entweder ein eigenes E-Bike oder ein Vël’OK Leihrad, die im gesamten Minett, außer in den Gemeinden Petingen und Käerjeng, verfügbar sind.

Tims Aufgabe beschränkt sich aber nicht nur auf das Abfahren der Wege. Er kontaktiert darüber hinaus die elf Gemeinden, um herauszufinden inwiefern die Studie von 2018 schon umgesetzt wurde oder umgesetzt werden soll und wie die Studie den Gemeindeverantwortlichen bei der Planung neuer Infrastrukturen für die aktive Mobilität hilft.

Vëlodukt nicht erfasst

Im vergangenen Dezember wurde ein wichtiger Baustein der sanften Mobilität im Süden Luxemburgs fertiggestellt. Das Vëlodukt, welches das Zentrum der Stadt Esch mit dem Universitätsviertel Belval verbindet, ist ungefähr 1,5 Kilometer lang und erlaubt eine direkte und sichere Verbindung zwischen Stadkern und dem neuen Viertel. Dieser Baustein fehlt allerdings noch immer in internationalen Mobilitätsportalen, – karten und -Apps. Tim Eastwood stellt fest: „Wenn ich meine Route aus Esch in die Rockhal plane, werde ich durch viele kleine Straßen geführt, aber nicht über den neuen Radweg!“ Verbesserungen der Infrastruktur müssen den Verkehrsteilnehmern mitgeteilt werden, ist der Student überzeugt, da sie ansonsten nur von Leuten benutzt werden können, die Kenntnis der Verbesserungen haben. National ist das Vëlodukt allerdings erfasst. Als Teil des nationalen Radweg 8 findet sich der Verlauf des neuen Bauwerks im Geoportail.  

Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Tims Praktikum ist es auch den Zugang der Radfahrer zum öffentlichen Transport zu analysieren. Die Bahnhöfe im Süden Luxemburgs sind nicht alle fahrradgerecht eingerichtet. Die Mängel, die Tim schon erkannt hat, sind fehlende Anschlüsse an das Radwegenetz oder inexistente Rampen, die es dem Radfahrer ermöglichen mit seinem Fahrrad auf den Bahnsteig zu gelangen.   

Bis Mitte Juli wird Tim weiter in den elf Gemeinden der Minett UNESCO Biosphere unterwegs sein und uns abschließend sicher Empfehlungen geben, wie unsere Radinfrastruktur in den nächsten Jahren weiter verbessert werden kann.

© Minett UNESCO Biosphere / Yann Logelin